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Same Same But Different - Filmkritik

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Liebe ohne Grenzen

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Ein junger deutscher Rucksacktourist reist nach Kambodscha und verliebt sich dort in eine HIV-positive Prostituierte. Um sie zu retten, ist er bereit, aufs Äusserste zu gehen. Was nach Stoff fürs grosse Melodrama klingt, ist eine wahre Geschichte - schön und mitreissend verfilmt von Detlev Buck.

Die erstaunlichsten Geschichten schreibt oft das Leben selbst. Wie etwa die des 22-jährigen Benjamin Prüfer (David Kross), der 2003 auf der Suche nach Selbstfindung und Spass für acht Wochen nach Asien reist. In einer Disco in Phnom Penh spricht ihn die schöne Sreykeo (Apinya Sakuljaroensuk) an. Sie lacht, tanzt und schläft in dieser Nacht mit ihm. Erst am nächsten Morgen wird Benjamin bewusst, dass Sreykeo vor allem des Geldes wegen mit aufs Zimmer kam.

Trotzdem verlieben sich die beiden und leben einen Monat zusammen, bevor Benjamin alleine nach Hamburg zurückfliegt. Was folgt, ist eine anstrengende Fernbeziehung. Geldprobleme, Unsicherheit und kulturelle Missverständnisse belasten die junge Liebe. Als sich herausstellt, dass Sreykeo HIV-positiv ist, droht die fragile Beziehung endgültig zu zerbrechen. Doch Benjamin ist entschlossen, seiner Freundin beizustehen.

2006 publizierte der junge Journalist Benjamin Prüfer seine Liebesgeschichte als Reportage im NEON-Magazin. Die Leser- und Medienreaktionen darauf war so immens, dass Prüfer seine Erinnerungen 2007 im Roman «Wohin du auch gehst» niederschrieb. Detlev Buck hat diesen bewegenden Stoff nun aufgegriffen und daraus eine Art Globalisierungs-Märchen inszeniert, das schöner und berührender nicht hätte erzählt werden können. Wunderbar nicht nur die satte Farbgebung, die Buck dem sonnen- und neonlichtdurchfluteten Südostasien verleiht. Auch dem hypnotischen-schönen Soundtrack, der von Schubert bis Rammstein reicht, kann man sich kaum entziehen.

Paradoxerweise unterschlägt gerade diese wunderbare Überästhetisierung den Wahrheitsanspruch dieser autobiographischen Geschichte - oder lässt zumindest alles im Licht einer stark idealisierte Erinnerung erscheinen. Zu schön und unversehrt bleibt die sterbenskranke Hauptfigur, zu romantisch wirken die heruntergekommenen Behausungen der armen Kambodschaner, zu cool die zugedröhnten Prostituierten in der Disco. Der Sogwirkung von «Same Same But Different» tut dies keinen Abbruch. Seiner Schönheit und grenzenlosen Romantik erlag auch das Filmfestival von Locarno, das den Film 2009 mit dem «Variety Piazza Grande Award» ausgezeichnet.

[Cindy Hertach]

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